DIE VIER JAHRESZEITEN DER KRÄHEN

Die Krähenjagd kann grundsätzlich das ganze Jahr über ausgeübt werden. Es sind die geltenden Jagd- und Schonzeiten der jeweiligen Länder und Regionen und der Mutterschutz zu beachten. Die Höhe der Strecke wird sich aber je nach Jahreszeit stark unterscheiden. Viele Faktoren entscheiden über die Zahl der erlegten Krähen und Elstern. Die Bejagung der rabenartigen Vögel ist aber über das ganze Jahr wichtig. 


JAGDZEIT BEI DER KRÄHENJAGD

Seit Inkrafttreten der EU-Vogelschutzrichtlinie 1979 stehen alle europäischen Vogelarten unter Schutz. Einige dürfen unter Berücksichtigung von Einschränkungen trotzdem bejagt werden. Hierzu gehören die in Anhang II / B gelisteten Arten. Elster, Eichelhäher, Raben- und Nebelkrähe sind in dieser Liste geführt. Seit her ist ihre Bejagung unter anderem in Deutschland erlaubt. 


Januar

Ab Januar fangen die Krähen an ihre Brutreviere zu bilden. Bis zum Beginn der bald kommenden Schonzeit, lohnt es sich die Rabenkrähen noch intensiver zu bejagen. Die bevorstehende Brutzeit und Setzzeit beim Niederwild beginnt bald. Die Dickung und Versteckmöglichkeiten sind jedoch auf Grund der geringen Vegetation im Winter noch nicht bzw. nicht mehr vorhanden. Einen wesentlichen Vorteil für die Krähen, um reichlich Beute zu machen. 

  • Krähen bilden Brutpaare
  • Es entstehen Junggesellentrubs
  • Fehlende Deckung sind eine Gefahr für das Niederwild

Februar

Die Rabenkrähen bilden die ersten Paare und bauen gegen Ende Monat ihre Nester auf den Brutbäumen. Die Paarungszeit steht bevor. Jetzt ist immer wieder gut sichtbar, wie die Krähe ihr Nest gegen Eindringlinge aggressiv verteidigt. Keine Artgenossen oder Greifvögel werden geduldet. Der Februar ist einer der wichtigsten Monate im Kalender für die Lockjagd auf den Fuchs und rabenartigen Vögel. Jetzt ist es das Ziel zum Schuss zu kommen und grosse Strecken zu erzielen! Die Krähenjagd im Winter und bei Schneelage stellt insgesamt jedoch höchste Anforderungen an den Jäger und seine Ausrüstung. 

  • Auf den Lockkrähen kann sich Reif ansetzen! 

März

Die Schonzeit hat in vielen Bundesländern und Kantonen im Februar bereits eingesetzt. An einigen Ort ist es jedoch weiterhin möglich, bis Ende März die Krähen zu bejagen. So ist es zum Beispiel in der Schweiz gesetzlich verankert, dass Krähen in Schwärmen (3 Vögel und mehr) auf schadhaften Flächen das ganze Jahr bejagt werden können. 


April

Der Winter ist vorbei und der Frühling ist gekommen. Die Krähenjagd ruht an den meisten Orten und es gibt einiges zu tun im Revier. Die Frühjahrszählung vom Rehwild und den Hasen gibt Auskunft, wie es um den Besatz nach dem Winter steht. Der April ist dafür der beste Monat. Die Vegetation ist im Anfangsstadium und die Tage werden länger. 

  • Die besten Zeit im Frühjahr um sich neben der Jagd für das Niederwild einzusetzen
  • Wildäcker anlegen, Fasanenschüttungen reparieren, Hochsitze bauen 
  • Krähen legen die ersten Eier und verursachen die ersten Wildschäden in der Landwirtschaft

Mai

Die Brutzeit der Rabenkrähe endet im Mai. Jene der Elstern dauert von April bis Juni. In dieser Zeit schaffen die Vögel meist nur eine einzige Brut. Das Weibchen der Rabenkrähen bebrütet die Eier etwa 20 Tage lang im Nest. Die Elster brütet ihre Eier rund 17 - 22 Tage aus. Das Männchen versorgt während dieser Zeit den Nachwuchs und Weibchen mit Nahrung und verteidigt das Nest gegen Eindringlinge.

  • Rabenvögel brüten von Mai bis Juni
  • Die ersten Küken schlüpfen

Juni

Im Juni beginnt der Sommeranfang und die Jungvögel werden flügge. Zunächst sind sie noch im Familienverband unter Führung der Elterntiere unterwegs. Anschliessend streifen Jungkrähen und Altkrähen zur Nahrungssuche meist in Schwärmen und oft in Gesellschaft anderer Rabenvögel umher. Bis die Flugkünste der Jungen soweit fortgeschritten sind, dass sie auch in grösseren Schwärmen alleine "mithalten" können.

  • Die Krähenjagd im Juni ruht in der Regel
  • Kontrolliere deine Ausrüstung 
  • Bestelle das nötige Ersatzmaterial und genügend Munition

Juli

Im Juli ist alles grün und das Revier bietet überall eine perfekte Deckung für die Jagd. Der Jäger soll nun das ganze Revier nutzen und von nun an Orte bejagen, die im späteren Verlauf des Jahren nicht mehr möglich sind. So kann ein Schirm mit wenig Aufwand in den Mais, Raps, Hanf oder eine kleine Hecke eingebaut werden. Die wenigen Deckungen die nach der Maisernte vorhanden sind, sollte man nach Möglichkeit auch für diese Zeit "aufsparen" und jetzt bevorzugt aus dem Mais heraus an anderen Stellen jagen.

  • Nutze die Deckung, jeden Strauch und Busch

August

 

Das warten hat ein Ende... Die Jagdzeit auf Krähen beginnt fast überall im August. Oft wird behauptet, dass Jungkrähen leichter zu bejagen sind weil sie unvorsichtig und unerfahren sind. So dass jedes Jahr "dummer" Nachwuchs nachkommt, der die vom Jäger im Vorjahr gemachten Fehler nicht kennt. Dies ist nur zum geringen Teil richtig, denn man tut gut daran davon auszugehen, dass Erfahrungen auch über die Generationengrenze hinweg weitergegeben werden (morphogenetisches Feld, Maskenmann Experiment). Nur an Orten an denen Schwärme aus gänzlich unbejagten Regionen im Rahmen von Zug- und Wanderbewegungen eintreffen, mag es sein, dass einige Krähen "das Geheimnis des freien, nur mit Netzen und schlechtgetarnten Schirms" noch nicht kennen und arglos einen viereckigen Quader auf freiem Feld der bei einigen "Krähen" steht, anfliegen.

  • Die Jagdzeit der Krähe beginnt in den meisten Bundesländern
  • Rabenvögel sind ein extrem schlaues Wild - unterschätze nicht ihre Fähigkeiten
  • Gemähte Wiesen wirken wie ein Magnet auf die Krähen. Nutze die Ballen als Deckung

September

Besonders erfolgreich sind die Jagden zu Beginn der Monate August und September. In dieser Zeit werden in der Regel auch die höchsten Strecken erzielt. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass die vor wenigen Wochen flügge gewordenen Jungvögel in Schwärmen unterwegs sind. Die schwarzen Gesellen sind sie noch unerfahren und damit auch unvorsichtig. Ihre Naivität bei der Futtersuche müssen wir bei der Jagd ausnützen. Die Krähenjagd im September hat jedoch auch seine Schattenseite. Der erste Nebel zieht auf und bringt seine Gefahren! Material für die natürliche Tarnung zu finden, wird im Verlaufe der kommenden Wochen schwieriger. 

  • Nutze das ganze Revier
  • Nutze Mais als perfekte Tarnung für die Jagd
  • Reinige die Flinte nach der Jagd. Der Nebel führt oft zu Rost!

Oktober

Es ist sinnvoll das feindliche Lockbild erst ab der Herbstmauser der Krähen - also etwa ab Mitte Oktober - auszuüben. Vorher sind nicht alle Jungkrähen geübte Flieger, was zum Zurückhalten im Luftkampf führt. Das freundliche Lockbild mit Lockvögel hat bis in den Oktober einen weiteren Vorteil gegenüber dem Feindlichen: Auf den Feldern verrichten die Bauern verschiedene Arbeiten, die eine hohe Anziehungskraft auf die Krähen ausübt. Grubbern und Pflügen von Äckern, sowie Ausfahren von Mist und Säen der Frucht. Ein unerschöpfliches Nahrungsangebot für die schwarzen Gesellen. 

  • Das feindliche Lockbild kann Ende Monat eingesetzt werden
  • Die Herbstmauser ist beendet
  • Die kalte Jahreszeit beginnt - übe den Anschlag mit der Flinte und der Winterbekleidung!

November

In den Wintermonaten November und Dezember erzielt man oft geringere Strecken. Es gibt mehrere Gründe die zu weniger erlegten Vögeln führt. Durch die kürzeren Tage braucht der Krähenjäger zwar nicht ganz so früh aufstehen, allerdings ist dadurch auch die Gefahr grösser dass Freizeitaktivitäten von Mitbürgern mit der Zeit des Hauptanfluges zusammentreffen. Es macht wenig Sinn und Spass, an der "Hundestrecke" anzusitzen und im fünf Minuten Takt verdutzte Spaziergänger (und deren Hunde) im Lockbild begrüssen zu müssen. Jetzt sind gezielt gewählte Standorte für den Schirm Gold wert.

  • Vernachlässige nicht den Schirm - Tarnung ist alles!

Dezember

Der Winter und die Drück- und Treibjagden auf unterschiedliches Wild sind im vollen Gange. Dies führt dazu, dass viele die Lockjagd auf das Raubwild und Raubzeug ruhen lassen. Wie bei den anderen Wintermonaten gilt auch im Dezember, dass das Wetter über eine Jagd entscheidet. Schnee, Eis und Wind sind schlechte Voraussetzungen für die Krähenjagd. Die Lockvögel erzielen durch den Reif und Schnee keine Lockwirkung und der Krähenjäger kommt nicht zum Schuss. Sie schrecken sogar die schwarzen Gesellen ab und machen Sie dadurch schlau. Sie lernen aus solchen Situationen.  

  • Das Wetter entscheidet ob wir zur Krähenjagd gehen sollten
  • Weniger Lockkrähen im Lockbild bringen nicht weniger Erfolg!

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