Die Wahl des Beizvogels


Die Wahl des Beizvogels ist bei der Krähenjagd wichtig. Jeder hat seine Vor- und Nachteile und je nach Revier und persönlichen Vorlieben ist dem einem oder anderen Vogel der Vorzug zu geben.


Der Sperber

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In Deutschland ist die Beizjagd mit dem Sperber verboten. In Österreich werden sie aber durch aus erfolgreich eingesetzt, da sie viel Mut zeigen und auch in Gebüsche nachfolgen. Wichtig ist, dass der Sperber lernt, wie er sich den Schnabel der Krähen vom Leib halten kann. Aufgrund der geringen Größe eigenen sich lediglich die Weiber. Das Abnicken der übermächtigen Krähe übernimmt der Falkner, der natürlich immer schnell zur Stelle sein muss. Wenn man die Wahl hat ist die Beizjagd auf Elstern aber sicherlich eher passend fürden Sperber.


Der Habicht

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Ein Habicht ist vom Wesen her ein recht nervöser Vogel. Daher wird er oft verhaubt im Auto getragen und erst kurz vor dem Jagdflug abgekappt. Bei den Jagdflügen hat der Habicht den Vorteil, dass er eine sehr hohe Startgeschwindigkeit hat und somit auch auf weitere Distanzen erfolgreich Krähen anjagen kann. Der Jagdflug selbst kann dann an die 50-80 Meter weit gehen. Dies muss aber auch beachtet werden, wenn es um die Beizjagd im Grenzbereich des Revieres geht! Ein Beizvogel kennt natürlich die Grenzen nicht und jagt daher auch ohne schlechtes Gewissen über diese hinweg. Daher muss immer ausreichend Abstand von den Grenzen gehalten werden oder zuvor Absprachen mit den Reviernachbarn getroffen werden. Zu beachten sind beim Habicht aufgrund seiner nervösen Art auch unter Umständen plötzlich auftretende Situationen (Hunde, Kinderwägen, Traktoren...), die fürden Vogel ungewohnt oder unangenehm sind. Da kann ein Habicht schon mal den Schutz eines hohen Baumes suchen und diesen so schnell nicht mehr verlassen. Zum Einziehen nach einem Fehlflug sollte man also immer eine Beuteatrappe bei sich tragen, die ausreichenden Anreiz für den Vogel bietet um wieder zum Falkner zurückzukehren.


Der Falke

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Es eignen sich Wanderfalken, Hierofalken (vor allem der Sakerfalke wird gerne eingesetzt), sowie Hybridfalken (mit Hiero- und Wanderfalken). Wüstenfalken können genommen werden, haben aber aufgrund der geringeren Größe eher Nachteile. Die Falken werden ebenso meist verhaubt im Auto transportiert und erst kurz vor dem Jagdflug abgekappt. Falken sind die Weitstreckenjäger unter den Krähenvögeln, einige hundert Meter weit kann ein Jagdflug gehen. So schön solch ein weiter Flug auch sein mag, hat er leider auch seine Schattenseiten. Der Falkner braucht so recht lange bis er wieder bei seinem Vogel ist und ihm helfen kann. Hinzu kommt, dass Falken Bisstöter sind, so müssen sie zum Abnicken mit dem Kopf in die Nähe des gefährlichen Schnabels der Krähen. Wenn ein Falke scheinbar "alleine" unterwegs ist, erweckt er auch schnell das Interesse wildlebender Greifvögel. Nicht selten jagen Mäusebussarde oder andere Falken den Beizvogel an, um den vermeintlichen Eindringling ins Revier wieder zu vertreiben. Verstärkt wird dies durch die Geschüh des Falken, die bei wildlebenden Vögeln scheinbar den Eindruck erwecken dass der Falke Beute gemacht hat, welche sie ihm wiederum gerne abnehmen würden. Außerdem ist es schwer ein geeignetes Jagdrevier für einen guten Krähenfalken zu finden, in dem weite Strecken ohne schützende Deckung für die Krähen und Gefahrenquelle wie stark befahrene Straßen und Strommasten vorhanden sind. Allerdings neigen einige Falken dazu über Bäumen anzuwarten, wenn die Krähen dort eingefallen sind. In diesem Fall kann der Falkner die Krähen erneut aus dem Baum hochmachen und dem Falken eine weitere Chance zu bieten. Wenn der Vogel sich nach einem Fehlflug abgestellt hat wird er meist mittels Federspiel wieder eingezogen.


Der Wüstenbussard

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Ein Wüstenbussard ist meist so ruhig, dass er ohne Probleme unverkappt im Auto auf der Faust des Falkners sitzen kann.Da der Harris Hawk wohl von allen die langsamste Eigenbeschleunigung hat, jagt ermeist nur auf Distanzen von 20-50 Meter. Hinzu kommt, dass ein Wüstenbussard mit denkt. Sprich zu weite Krähen werden oft gar nicht angejagt, um die Energiefür leichtere Chancen zu sparen. In diesem Fall verlässt der Harris Hawk oft das Auto, dreht eine Runde, um dann wieder durch das Fenster zu fliegen und auf der Faust des Falkners zu landen. Auch nach einem Fehlflug kommt der Harris meist freiwillig zum Auto zurück und landet auch oft am Dach desselben, wenn der Falkner noch keine Atzung bereit hält. Nicht zuunterschätzen ist auch die Intelligenz der Wüstenbussarde bei der Jagd. An weitere Krähen "pirschen" sie sich regelrecht an. Sprich siegleiten langsam auf den Krähenschwarm zu, als ob sie selbst eine einfallende Krähe wären (die Gefiederfärbung hilft dabei natürlich). Erst knapp vor dem Schwarm gehen sie in den Jagdflug über. Wenn die Krähen dann ihre Fehleinschätzung des Neuankömmlings bemerken ist es meist schon zu spät. Außerdem jagt ein Wüstenbussard nicht immer das erstbeste Wild an.

 

Es kommt vor, dass der Harris Krähen z.B. beim Landen hinter einer Deckung beobachtet. Selbst wenn diese dann beim Start aus dem Auto verdeckt werden, jagt der Wüstenbussard die "unsichtbare Beute" an, nutzt seinerseits die Deckung zu seinem Vorteil und hat so meist Jagderfolg. Als Beispiel möchte ich eine konkrete Jagdsituation von unserem Harris Terzel "Fips" erzählen. Wir fuhren am Verwaltungshaus des Sportplatzes vorbei. Davor befindet sich eine hohe Hecke mit einem Durchlass gegenüber der Tür. Beim ersten Vorbeifahren auf der anderen Straßenseite beobachten wir zwei Krähen, eine links direkt vor der Tür, eine rechts die der Hecke entlang spaziert, weg von dem Durchlass. Wir wenden und ich mache Fips bereit für den Jagdflug. Auf Höhe des Durchlasses startet er hinaus. Zu diesem Zeitpunkt ist nur mehr die Krähe links sichtbar. Diese erkennt auch sofort das Auto und den herauszischenden Vogel und flüchtet. Ein Jagdflug auf diese wäre vermutlich erfolglos gewesen. Doch sie war nie Fips' Ziel, denn sobald er das Auto verlassen hatte drehte er nach rechts um knapp hinter der Hecke vorbei zu sausen. Gleich darauf höre ich auch schon die Rufe der Krähe. Als ich aussteige bot sich mirfolgendes Bild: wenige Meter nach dem Durchlass saß Fips auf dem Rücken der Krähe. Diese hatte offensichtlich keine Chance aufzufliegen, da sie den Angreifer erst viel zu spät erkannte. Die Chance auf gut sitzende Krähen zu kommen ist auf öffentlichen Straßen größerals auf Feldwegen. Dort sind die Krähen Autos gegenüber eher abgestumpft und bleiben länger sitzen. Leider ist eine Bejagung im bzw. am Rande von Ortsgebieten mit Falken, die weite Flüge zeigen und in den Häuserschluchten verschwinden oder mit nervösen Habichten, die vor einem eventuell auftauchenden Hund, Kinderwagen... Flüchten teilweise schwer möglich. In belebten Gegenden ist daher der Wüstenbussard der Vogel der Wahl.