Damit der Schirmbau und die Tarnung gelingt


Tarnschirm bei der Krähenjagd

Grundsatz der Tarnung

 Was ist also wichtig beim Schirmbau und der Tarnung? Was im Schirm passiert, hat nicht nach draußen zu dringen. Es ist peinlichst genau darauf zu achten, dass von außen keine Bewegung im Schirm festgestellt werden kann. Je kleiner der Schirm, desto kleiner die Öffnung nach oben durch die die Krähen uns sehen können  (Mein Zwei - Mann - Schirm ist ca 160 cm breit und 90 cm tief). Außerdem darf unter keinen Umständen das Sonnenlicht einzelne Schatten im Schirm hinterlassen. Das meinen wir damit, wenn wir sagen: “der Schirm muss blickdicht sein”!

 

Je mehr die Krähen bejagt werden, desto wichtiger wird es, sich und den Schirm extrem zu tarnen, ja den Schirm regelrecht zu verstecken, wenn die Krähen weiterhin vertraut anfliegen sollen.

 

Dabei kommt es nicht nur darauf an, was im eigenen Revier schon stattgefunden hat. Man tut gut daran, davon auszugehen, dass in den umliegenden Revieren ebenfalls gejagt wird, und dabei häufig ein Gutteil der Krähen durchaus die Chance hat, zu erkennen, was es mit dem Schirm am Lockbild auf sich hat. Der Schirm auf freiem Feld wird dann nicht mehr angeflogen, die Krähen drehen außerhalb der Flintenreichweite ab.

 

Wer den größtmöglichen Erfolg will, wird daher den Schirm immer bestmöglich in einer natürlichen Deckung verschwinden lassen. Nur so gelingt eine nachhaltige Krähenjagd.

 

Zum Einen, um sich selber die Option »Schirm auf freiem Feld« nicht zu verbauen, wenn es denn mal von den Gegebenheiten her gar nicht anders geht. Zum Anderen, um ggf. erfahrenere Krähen, die eventuell in den Nachbarrevieren schon schlechte Erfahrungen gesammelt haben, übers Lockbild zu bekommen. Der Schirm kann sowohl in Hecken, Schilfstreifen, Maisfelder usw. integriert werden, als auch vor natürlicher Deckung aufgebaut und zusätzlich zu dichten Tarnnetzwänden mit abgeschnittenen, gegen den Schirm gelehnten Ästen getarnt und unsichtbar gemacht werden. Auch sollte jede Möglichkeit, den Schirm in trockenen Gräben zumindest teilweise optisch verschwinden zu lassen und möglichst wenig auffallend zu machen, genutzt werden. Der Schirm sollte auch nicht nur die vier Außenwände haben, sondern bei zwei Jägern, immer eine Trennwand zwischen den Jägern aufweisen. Wobei eine doppelt gelegte Tarn-Gardine, die den Jägern das Beobachten ermöglicht, hierfür ausreicht. Seitlich anfliegende Krähen sehen sonst, sobald sie über die Außenwand des Schirms sehen können, den Jäger auf der gegenüberliegenden Schirmseite nahezu vollständig frei sitzen. Manche Jäger bevorzugen ein »Dach« aus Tarnnetz auf dem Schirm, welches - ungefähr ⅓ bis 1/2 der Tiefe des Schirmes einnehmend - im Schuss bzw. beim Aufstehen vom Körper des Schützen beiseite geschoben wird (siehe Bilder). Vor allem bei unklarer Anflugrichtung ist das allerdings nicht unbedingt immer problemlos und kann behindernd wirken. Hat man natürliche Deckung als Dach, ist das natürlich umso besser. Grober Anhaltspunkt für das Material: 4-5 STABILE Schirmstangen. Tarngardine ca 6 Meter für den Schirm (das Muster der Tarngardine sollte sich mit dem Muster der Tarnklamotten decken!), ca 2 Meter für die Trennwand. Eine blickdichte Zwischenschicht zwischen Gardine und Tarnnetz (6Meter) und ein vernünftiges Tarnnetz. Wenn es ein Hersteller schaffen würde, endlich ein blickdichtes Tarnnetz herzustellen, wäre das toll.... so geht es ohne Zwischenmittel nicht. Meine Zwischenschicht hat bei IKEA 2€ pro Meter gekostet und ist blickdichter Vorhangstoff.... Um das Ganze wird dann noch grosszügig Botanik verteilt. Ich habe mir ein Tarnnetz im Ghillie style gebastelt - ich bastle gerne....

 

Werden Reviere häufiger bejagt, merkt man recht schnell, welche Plätze besonders gut sind. Eine Schwalbe macht zwar noch keinen Sommer, aber nach einigen Jagden stellt sich doch eine Tendenz heraus, die sich der Lockjäger dadurch zunutze machen kann, dass er – vorzugsweise vor Beginn der Vegetation – an solchen Stellen feste Tarnschirme baut, die dann das ganze Jahr über stehen bleiben. Die Krähen gewöhnen sich zum einen so an den Schirm, zum andern wachsen die Schirme in die Vegetation ein und werden darin unsichtbar. Darüber hinaus wird der morgendliche Aufbau auch an Stellen, die nicht mit dem Auto erreichbar sind, deutlich erleichtert, da der Schirmbau wegfällt, oder sich, falls die Deckung Lücken aufweist, auf das Anbringen eines Tarnnetzes beschränkt. Besonders geeignet für solche Schirme sind Schilfrohrmatten. Diese Schirme sollte man dann aber auch nicht zu oft besetzen, und immer gewisse Zeit verstreichen lassen, bis man wieder einen Versuch dort startet.

Aufbau des Tarnschirmes - Abends oder doch besser am Morgen?

Viele Jäger bauen den Schirm bereits am Vortag auf. Dies sollte aber erst geschehen, wenn keine Krähe mehr dabei zusehen kann, also bei Dunkelheit. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Krähen den schirmbauenden Menschen (möglicherweise sogar den ihnen bekannten Jäger und sein Auto) beobachten und sich am nächsten Morgen der Stelle nur mit äusserster Vorsicht nähern. Selbst nachts aufgebaut birgt das Stehenlassen über Nacht einige Gefahren für den Schirm. Weniger durch Vandalismus oder Diebstahl, statt vielmehr durch landwirtschaftliche Arbeiten ist der Schirm auch nachts gefährdet. Weder ist ein am Rande einer Hecke plattgewalzter oder mit Gülle begossener Schirm besonders lustig, noch sind die Reperaturrechnungen -  z.B. für Häcksler  - billig der den im Maisfeld gut getarnten Schirm durchs Schneidwerk jagt...

 

Deswegen: Wer unbedingt am Vorabend der Jagd aufbauen will, soll das erst bei Dunkelheit tun und genau prüfen wo das gefahrlos möglich ist....


Größe des Tarnschirmes

Wie viele Jäger sind in einem Tarnschirm sinnvoll? Die Krähenjagd aus dem Schirm kann einzeln oder zu zweit erfolgen. Mehr als 2 Schuetzen sollten seltene Ausnahmefälle bleiben.

 

Warum?

 

Der Schirm ist umso auffälliger je größer er ist. Die Schiessleistung lässt nach, Schusshitze, schlechte Absprache, und oft unnötiger Patroneneinsatz der Grund dafür. Die Ablenkung für die Schützen ist größer. Die Bewegung im Schirm ist größer, die Chance das Krähen Verdacht schöpfen deutlich größer... Und als wichtigstes Moment: es kann zu gefährlichen Situationen kommen!

 

Bei zwei Schützen in einem Schirm überragt die Mündung jedenfalls den Kopf des Mitjägers... Das ist bei drei Jägern nicht der Fall...

 

Die Größe des Schirmes passt man dem Jäger an. Sind zwei Jäger im Schirm, sollte man eine Trennwand einziehen. So wird der Schirm klein gehalten und die hoch anfliegenden Krähen, sehen die Jäger und Ihre Bewegungen schlechter. Der Tarnschirm sollte möglichst klein und dennoch genügend groß gemacht werden. Als Richtmass für einen Einzelschirm gilt einen Meter Seitenlänge. Die Höhe wird dem Jäger in sitzender Position angepasst. Seit Haupt sollte deutlich unter der Schirmkante sein. So sehen die anfliegenden Krähen den Jäger erst zu spät...


Schirmbau / Aufbauanleitung

Die Basis eines Tarnschirmes ist einfach erklärt. Je dichter er ist, desto besser. Nach dem Aufstellen der Hidepoles wird eine Gardine eingezogen auf der Frontseite. Diese dient dazu, am Schluss gute Sicht zu haben, aber nicht gleich erkannt zu werden. In der Folge umhüllen wir das Gestell mit einem blickdichten Tarnnetz. Rechts, links und die Rückseite müssen vollständig bedeckt sein. Im Frontbereich werden 3/4 bedeckt. Im Anschluss muss der Schirm noch mit natürlichen Materialen verblendet werden.


Musterschirme / Tarnschirm Mais

Für den Entscheid, wie der Tarnschirm aussehen soll, müssen mehrere Faktoren berücksichtigt werden. Die Reife und Dichte des Maises, sowie die vorhanden Höhe. Hierbei ist zu erwähnen, dass kein üblicher viereckiger Tarnschirm gebaut wird. Wir ziehen lediglich eine "Wand" in Richtung des Lockbildes ein. Der Grund warum wir keinen Würfel bauen ist, dass dieser von oben deutlich sichtbar wäre. Wir brechen daher so gut wie keine Stängel und Blätter ab. Nach dem einziehen der Wand in der zweiten Maisreihe - mittels Tarnnetz und Tarngardine - tarnen wir diese mit herumliegenden Blättern. Es sollte vermieden werden, dass die Stängel im Sichtfeld abgeknickt werden.


Musterschirme / Tarnschirm Sträucher und Hecken

Nichts ist besser als eine natürliche Tarnung. Jeder Tarnschirm sollte in die örtlichen Gehölze etc. eingebunden werden. Ein Tarnnetz und Tarngardine dienen hierbei als Sichtschutz, das Grünzeug als natürliche Tarnung. Es muss zwingend alles verwendet werden, weil nach Sonnenaufgang jede Bewegung durch den Schirm zu sehen ist.


Musterschirme / Tarnschirm Schilf

Es gilt das Selbe wie beim Mais. Hierbei ist zu erwähnen, dass kein üblicher viereckiger Tarnschirm gebaut wird. Wir ziehen lediglich eine "Wand" in Richtung des Lockbildes ein. Der Grund warum wir keinen Würfel bauen ist, dass dieser von oben deutlich sichtbar wäre. Wir brechen daher so gut wie keine Stängel und Blätter ab. Nach dem einziehen der Wand in den Schilf - mittels Tarnnetz und Tarngardine - tarnen wir die Frontseite. Es sollte vermieden werden, dass die Stängel im Sichtfeld abgeknickt werden und das Schilf rundherum runtergetreten wird.


Musterschirme / Tarnschirm Gebäude

Es gibt manchmal die Situation, dass an einem Gebäude gejagt werden muss. Die jeweiligen Gesetze sind dabei zu berücksichtigen. Sollte dies gesetzlich möglich sein und kann keine andere Lösung in Betracht gezogen werden, muss man kreativ sein. Es sollte Material verwendet werden, die auch sonst am Standort vorkommen.


Musterschirme / Tarnschirm Feldschirm

Feldschirme / Tarnschirme auf offenem Feld sind tunlichst zu unterlassen! Die Natur kennt keine Ecken und Kanten. Einen Würfel auf offenen Feld mag zwar anfänglich funktionieren, wird aber schnell erkannt. Jedoch gibt es Situationen, die eine große Improvisation braucht. Schirme in die Gegend einzubetten, ist eine große Herausforderung.


Absolute "No - go's"!


Gänseliege - Hände weg!

Gänseliegen (Layout- blinds) sind für die Krähenjagd nicht zu empfehlen.

Zwar lassen sie sich auf offenem Feld gut in Strohschwaden verstecken oder / und flach im Feld eingraben, dennoch sind sie im Vergleich zum Schirm mit massiven Nachteilen behaftet. Der Jäger muss die Deckel der Liege vor der Schussabgabe aufstoßen und die damit verbundene Bewegung hat zur Folge , dass nicht nur nahezu keine Schüsse auf vertraut anstreichende Krähen mehr möglich sind, da die Krähen sofort auf die Bewegung durch Flucht reagieren.

 

Im Gegensatz zu den Gänsen die aus solchen Liegen heraus normalerweise bejagt werden, können Krähen nicht nur gegen den Wind durchstarten sondern in alle Richtungen davonstieben.

 

Jede Krähe die nicht erlegt wird oder von weitem zuschaut sieht den Menschen bei geöffnetem Deckel in voller Pracht ungedeckt in der Liege sitzen und lernt dazu....

 

Die Folge sind misstrauische Krähenbestände die kaum mehr bejagt werden können!