Aufbau des freundlichen Lockbildes


Das Lockbild

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Der Aufbau eines freundlichen Lockbildes entsteht immer an einer Stelle, bei der man einen Fraßplatz für Krähen vorzutäuscht. Das Signal muss sein: „HIER gibt’s was zu beißen, und für Dich ist auch noch Platz!“.

 

Aber wie schaffe ich das? Das wäre gar nicht so schwer wenn wir die Krähen nur anlocken wollten. Denn festgefahrene Regeln gibt es im Grunde nicht. Ist in der Natur etwas zu fressen zu finden, dann verteilen sich dort die Krähen. Aber wir wollen die Krähen ja an einen eingegrenzten Platz bekommen – dorthin, wo man sie auch erlegen kann. Die Lockis müssen also so nahe sein, dass anstreichende und einfallende Krähen erlegt werden können. Aber sie müssen weit genug weg sein, dass sie die Aufmerksamkeit nicht auf uns lenken. Die Krähen sollten für den Rechtsschützen eher links stehen, weil der Schuss von rechts nach links ist leichter als von links nach rechts. Für Linksschützen umgekehrt.

 

Wie baue ich also für den Rechtsschützen auf: Abstand zum Schirm – erste Krähe ca. 10 Schritte (für mich eher mehr). Weiteste Krähe max. 30 Schritte (in der Tiefe und nach links). Außer ein Digweed sitzt im Schirm, dann dürfen sie weiter stehen…

 

Das Lockbild beginnt ca. 5 Schritte rechts und reicht bis ca. 15 – 30 Schritte links von uns. Das hängt auch mit von den Sichtverhältnissen ab, in der Hecke kann man ggf. nicht so weitnach links und rechts schauen. Die grobe Form des Lockbildes ist oft ein "löchriges Oval". Beliebt ist eine U-förmige Lücke im Bild, ggf. sogar ein umgedrehtes M. Wollen wir es nicht das Goldene, sondern das schwarze M nennen? Wie stehen die Lockkrähen? Manche stehen aufrecht, manche fressend. Mit Blick in alle Richtungen (nicht wie bei den Tauben…). Wir haben einzeln stehende Krähen, manche stehen in engeren Grüppchen beieinander. Im Dreieck aufzustellen welches an einen Krähenmagneten erinnern könnte, verbietet die Angst vor Wiedererkennung. Denn wer kann schon immer ausschließen, daß beim Nachbarn niemand mit dem Krähenmagneten Jagd? Wo gibt es in der Natur schon gleichschenklige Dreiecke? Ich stelle gerne die äußeren Krähen aufrecht mit Blick nach außen. Wenn im Zweifel: Einfach mal in der Natur beobachten wie und wo die Krähen sitzen. Und wo welche anderen Vögel mit dabeistehen (siehe Confidence Decoys).

 

Wichtig: Die Lockis müssen SAUBER sein und gerade stehen. Wenn der hochpassionierte Jagdhund beim rausstürmen einen Locki umwirft, muss der Jäger raus (oder eine Dressurglanzleistung erbracht sein, damit er die wieder aufstellt). Dreck oder (im Sommer) Tau und Schneckenschleimspuren sind genauso schlecht wie glitzernder Frost im Winter. Tau lässt sich etwas vermeiden, indem man die Säcke mit den Lockis über Nacht im Freien stehen lässt. Wenn man im Winter die Lockis mit dem Rücken zur aufgehenden Sonne aufbaut, muss man oft nicht so viele nachbearbeiten. ALLE darf man nicht so stellen. Sonst wird’s unnatürlich. Im Weiteren empfehlen wir, die Lockkrähen mit Enteisungspray / Frostschutzmittel / Scheibenklar zu besprühen!

 

Wenn ich damit rechne, mit Tau oder Frost kämpfen zu müssen, tendiere ich dazu, weniger Lockis einzusetzen. Warum: Weil ich dann nicht so lange brauche, diese bei Bedarf zu säubern. Denn eines ist klar: Sind die Lockis schmutzig, frostig, voller Tau oder voller Schneckenschleim, werde die Krähen nicht vertraut anfliegen oder landen. Sie fliegen an, drehen eine Runde, schrauben höher, ggf. noch eine Runde – und weg sind sie. Da kann auch Stradivari am Locker sitzen. Dann gibt es nur eines, raus und putzen oder auf Anflug verzichten. Einer passt auf, der andere säubert. Ein scharfes „DOWN“ im Falle auftauchender Krähen und die Putzkraft simuliert einen Busch im Lockbild. Stimmt die Tarnung der Klamotten, passiert auch nichts Schlimmes. Ich habe immer eine Handbürste für solche Arbeiten am Mann, für Tau reichen die Handschuhe. Dies sind die Grundregeln an die ich mich im Wesentlichen und recht erfolgreich halte. Dennoch: „Auf hoher See, vor Gericht und auf der Krähenjagd bist Du in Gottes Hand!“.